Seniorenunion Oberhausen beim „THW Marienthal“


27. Juni 2017

Ahrweiler/Oberhausen. Was sich nach einem ganz normalen Ausflug der Seniorenunion Oberhausen am 13.06.2017  anhört, war in Wirklichkeit etwas anderes gewesen, denn das THW Marienthal gab es zu keinem Zeitpunkt. Marienthal liegt in der Eifel und bestand bis Anfang der Sechziger Jahre aus 3-4 Häusern. Wurde danach zu einem der best gehütesten Geheimnisse der Bundesrepublik Deutschland, denn dort befand sich 114 m unter der Erde in alten Eisenbahntunneln aus dem ersten Weltkrieg das Ausweichquartier der Bundesregierung, rund 30 min vom damaligen Regierungssitz Bonn entfernt.

„THW Marienthal“ war ein Deckname unter dem alle Mitarbeiter der Anlage geführt wurden und auch sämtliche Übungen fanden unter dieser Tarnbezeichnung während des kalten Krieges bis 1999 statt. Die alten Eisenbahnstollen baute die Bundesregierung zum Atombunker aus, der im Falle eines Falles 3.000 wichtigen Personen, vom Bundespräsidenten bis zum Staatssekretär, Schutz vor Angriffen mit Massenvernichtungswaffen bieten und dafür sorgen sollte, dass in West-Deutschland die staatliche Gewalt auch nach einem Angriff mit Atomwaffen weiterhin existieren und kein Machvakuum entstehen würde. Insgesamt war die Anlage für einen autarken Dauerbetrieb von 30 Tagen ausgelegt. Heute ist der Bunker der Bundesregierung in der Eifel Geschichte und ein Dokumentationszentrum erinnert an diese Einrichtung. Von den rund 3 km Tunnelsystem sind, aber nur noch etwas mehr als 200 m erhalten, zeigen aber in allen Facetten mit welcher Perfektion dort die Vorbereitungen für den Ernstfall betrieben wurden.

„Wir haben selten einen solch großen Zuspruch bei einem Tagesausflug erlebt. Vielleicht liegt es daran, dass es viel Interesse v20170613EifelSeniorenUnionDW1228an diesem Kapitel unserer Geschichte gibt!“ versucht der Vorsitzende der Seniorenunion Oberhausen Karl Heinz Flühr die ungewöhnlich starke Resonanz zu erklären. Nach dem Besuch des Bunkers ging es dann in die historische Altstadt von Ahrweiler und nachmittags stand der Besuch im Euskirchener Industriemuseum an, wo die Tuchfabrik Müller aus der Zeit der Industrialisierung noch komplett in Originalzustand erhalten ist. Die rund 50 Teilnehmer der Tagesfahrt erlebten schon nach wenigen Sekunden wie positiv sich die Arbeitsbedingungen von Anfang des vergangenen Jahrhunderts zu heute verändert haben. Ohrenbetäubender Lärm der Webstühle, gesundheitsschädliche Dämpfe beim Färben und Arbeitsmaschinen, die keinem heutigen Arbeitsschutz standhalten, waren damals an der Tagesordnung und der Arbeitstag dauerte im Regelfall mehr als 10 Stunden.

Nach den beiden Highlights waren die Senioren froh in der Innenstadt von Euskirchen den Tag bei Kaffee und Kuchen ausklingen zu lassen. Am Abend erreichte die Reisegruppe wieder die Touristikhaltestelle am Oberhausener Hauptbahnhof, wo es am frühen Morgen losging. Weitere Bilder und das Video zum Ausflug gehen in den kommenden Tagen hier auf der Seite online!

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